Werkhausen mobilisiert gegen die Nordvariante B8 um Weyerbusch

Werkhausen. Trotz Regenwetter waren viele Werkhausener Bürgerinnen und Bürger gekommen, um sich konkret über die Auswirkungen einer möglichen B8-Nordvariante um Weyerbusch zu informieren. Die Nordvariante würde in großem Bogen um Weyerbusch den Ortsteil Leingen von Werkhausen abschneiden und dabei erhebliche Auswirkungen für Natur und Landschaft verursachen. Der Förderverein Werkhausen und der interne Arbeitskreis zur B8 hatten eingeladen, um eigens für die Einwohner nochmal ein Corona konformes Event durchzuführen und ein gemeinsames „Wir Gefühl gegen den Flächenfraß“ aufzubauen.

Mario Orfgen, ein in der Existenz bedrohter anliegender Landwirt, begrüßte die Wandergruppe um 11:00 Uhr am Friedhof der Gemeinde und erläuterte im Streckenverlauf der Wanderung die geplanten großen Einschnitte in Natur und Landschaftsbild. Zur Veranschaulichung wurden zwei großen Banner mit Karten und eingezeichnetem Routenverlauf angeschafft, die noch am Samstag an der geplanten Route Ortsausgang Leingen nach Werkhausen und oben „Am Bans“ unmittelbar am Westerwaldsteig aufgestellt wurden. Die Banner sollen sowohl Anlieger im Raum Weyerbusch als auch Wanderer mobilisieren, sich gegen die Maßnahme zu positionieren und sich der gemeinsamen Bürgerinitiative aus einem Zusammenschluss mit Bürgern aus Marenbach/Oberirsen, Hilkhausen und Werkhausen „BI-gegen-B8-Ortsumgehungen-Weyerbusch“ anzuschließen.

Nach der Wanderung wurde die Veranstaltung am Dorftreff mit Grillwürstchen und kalten Getränken unter freiem Himmel weitergeführt. Zunächst begrüßte auch der Ortsbürgermeister Otmar Orfgen die Bürgerinnen und Bürger und dann ergriff ein Sprecher der Arbeitsgruppe in Werkhausen und Mitbegründer der neuen Bürgerinitiative (Gerd Müller, Acker) das Wort und berichtete über den aktuellen Stand im Verfahren und den Werdegang zur gemeinsamen Bürgerinitiative. Nach aktuellen Aussagen des Landesbetriebes Mobilität in Diez (LBM) sei die Auftragsvergabe der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) kürzlich erfolgt und damit ein weiterer Schritt des bis ca. 2026 laufenden Verfahrens in Auftrag gegeben. Die Bürgerinitiative stelle sich gegen die vom Verkehrsministerium beauftragten Maßnahmen und fordere den sofortigen Stopp der Planungen und weise anstelle dessen darauf hin, dass man anhand des aktuellen Verkehrs- und Klimawandels sofort mit anderweitigen Lösungssuchen und konkreten Verbesserungen beginnen solle.

Im Anschluss an die Rede von Gerd Müller wurde in guter Stimmung noch weiter rege diskutiert und das Beisammensein genossen. Am späten Nachmittag waren –die ersten- über 80 Unterschriften zur Unterstützung der Bürgerinitiative gesammelt. Als nächster Termin wartet der 19.09.2021, wo sich um 10:00 Uhr am Gasthof zur Post in Weyerbusch getroffen wird, um sowohl die Nord- als auch die Südvariante um Weyerbusch in Teilen abzuwandern. Durch weitere Unterschriftensammlungen und einer Internetseite (www.nob8ou.de) zur BI soll ein möglichst starkes Meinungsbild gegen das aktuelle Vorgehen gesammelt und dokumentiert werden, welches man an die Politik und die zuständigen Ministerien weiterleiten will.

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